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Was man heute als IT‘ler lernen sollte

Letzte Monat habe ich mich ehemaligen Kollegen getroffen. Wie so üblich bei diesen Runden im Lahmen Esel, „Eselrunde“ genannt, wird neben dem üblichen Palaver auch über neueste Technologie, Erfahrungen im Job und ähnliches geredet. Nachdem ich nun drei Monate bei meinem Arbeitgeber The unbelievable Machine Company bin, habe ich von meinen Erfahrungen erzählt.

In dem Zuge haben wir diverse Aspekte des modernen Berufsleben diskutiert. Was machen Firmen heute, was machen Nicht-Telkos heute und wohin entwickelt sich wohl der Markt.

Meine zwei Empfehlungen kann ich wie folgt zusammenfassen:

  1. In einem wirklich agilem Umfeld arbeiten:

In vielen Unternehmen wird meines Erachtens pseudo-agil gearbeitet. Das bedeutet in der Regel, dass man sich gerne agiles Arbeiten und agile Methoden, sowie flache Hierarchien vorgaukelt. Am Ende zählt oftmals aber doch HIPO (Highest Individual Payed Opinion), also der mit dem höchsten Gehaltszettel hat Recht. Ich möchte das an dieser Stelle gar nicht schlecht reden, aber echtes agiles Arbeiten mit geteilter Kompetenz und Verantwortung lernt man so nicht. Und es reicht zudem auch nicht, mal ein JIRA Ticket geschrieben zu haben und schon mal ein Kanban Board gesehen zu haben. Es geht vielmehr darum die notwendige Diskussion konstruktiv führen zu können, das wirkliche Interesse an kontinuierlicher Verbesserung zu lernen – aktiv. Die sich ergebenen neuen Führungsmodelle und Modelle der Zusammenarbeit verinnerlichen.

  1. Mit einer der drei großen Clouds (aktiv) arbeiten:

Den Markt an Public Clouds teilen sich Amazon (AWS), Microsoft (Azure) und Google (GCP) untereinander auf. Es folgen mit Abstand „Nischen-Spieler“ und Dinosaurier, die alleine aus den Capex Skalen Effekten heraus nicht mit diesen dreien werden mithalten können – Alibaba nimmt aufgrund seiner politischen Protektion eine Sonderrolle ein.

Daher ist es so, dass aktuell jedes größere und mittelgroße Unternehmen eine Cloud Strategie hat. Ob das nun Cloud-First ist, oder Cloud-Experimente oder Cloud-Workloads für unwichtige Applikationen, so gut wie alle experimentieren mit den Cloud Plattformen. Nebenbei, unter Venture-Capital Geldgebern ist es „good-practice“ bei Pitchdecks zu schauen, ob die Gründer statt teurer Hardware nicht auf skalierende Pay-as-you-go Cloud Modelle setzen. Wenn man nicht wirklich gute Gründe hat das Investoren Geld in eigene Hardware zu versenken, sollte man heutzutage tunlichst nicht mit eigener Hardware den Unternehmensaufbau planen.

Kurzum, Public Clouds sind da und werden nicht mehr verschwinden. So dass es absolut notwendig ist, mit einer der drei Plattformen praktische Erfahrungen gesammelt zu haben. Ich schreibe bewusst praktische, denn es ist ein signifikanter Unterschied die Theorie oder die praktische Anwendung und das Cloud-Native Design und die veränderten Paradigmen zu kennen.
Gleichzeitig ist irrelevant für welche Plattform man sich entscheidet, alle drei werden bestehen. Sie sind vergleichbar, die Unterschiede beim Einstieg marginal. Einen schönen Vergleich gibt es hier.
Die meisten Unternehmen haben einen oder zwei („Multi-Cloud“ und No Vendor Lock In nennen sie das) der Anbieter in Benutzung. Es ist die Zeit gekommen, in dem IT Ressourcen wirklich wie aus der Steckdose konsumiert werden. In dem Bilde muss sich der IT-Pro von heute und morgen aber mit Strom und seinen Varianten auskennen.

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