Alle Artikel in der Kategorie “Datacenter

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Wie sieht ein LOA im Datacenter aus?

Immer wieder kommt es in einem Datacenter vor, das ein LoA/LOA ausgestellt werden muss. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es hierbei immer wieder Missverständnisse über Inhalt und Form solch eines Dokumentes gibt, daher hier die Kernpunkte:
Ein LOA, oder auch in lang Letter of Authorization ist ein Stück Papier, welches die Berechtigung von Partei A an Partei B für die Ausführung von Arbeiten im Datacenter (üblicherweise Verkabelungsarbeiten) regelt.
Er wird notwendig, wenn sich beispielsweise eine Firma bei einem Colocation Anbieter einmietet und dann von einem Netzanbieter einen Dienst beziehen will. In der Regel baut der Netzanbieter die Verkabelung bis zum Endpunkt. Da der Colocation Anbieter mit dem Netzanbieter aber keinen Vertrag zu diesem Endpunkt hält (den hat ja die Firma mit dem Colocation Anbieter geschlossen), benötigt der Netzanbieter einen LOA der Firma gegenüber dem Colocation Anbieter.
Typischerweise enthält der LOA:

  • eine allgemeine Beschreibung wer hier involviert ist, welche Parteien betroffen sind
  • wo sich die genaue Lokation befindet (Adresse des Colocation Anbieters)
  • Genaue Bezeichnung des Racks des Endpunktes
  • die Höhe/Bezeichnung des Patch panels in welches die Leitung gebaut wird
  • oderalternativ der zu verwendende Port auf einem bereits existierenden Panel
  • die Art des Kabels, Single-Mode, Multi-Mode, Kupfer, etc
  • im Falle von Glasfaserkabeln, welche Stecker werden benötigt
  • Sonstige zu beachtende Rahmenbedingungen, diese könnten Zeiten sein, zu welchen die Installation vorzunehmen ist

Bei MTIN Consulting gibt es eine entsprechende Beschreibung auf englisch und Vorlage.
Ich habe basierend darauf eine angepasste Vorlage als Google Doc angelegt. Benutzung ist frei aber ohne jede Gewähr.

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Facebook Odense DC Tour macht Halt in Frankfurt


Am 25.4.17 hat facebook in der Frankfurter Klassikstadt den Fortschritt des Baus ihres Odense Datacenters (das dritte Datacenter in Europa) vorgestellt. Nach einem Slot mit drei Vorträgen konnte man sich in lockerer Atmposphäre mit den anwesenden Engineers von facebook austauschen. Zudem wurde ein wenig OCP Hardware ausgestellt.
Für mich waren im Kern zwei Punkte am spannendsten:

  1. facebook als Teil der GAFA Bande ist technologisch weit voraus aller traditioneller IT/Service Provider.
  2. Auch facebook hat im War of Talent Probleme gute Leute zu bekommen, so dass sie sogar in Frankfurt am Ende des Tages um Talent werben.

Während in „traditionellen“ Unternehmen Server konfiguriert, gekauft, angeliefert, aufgebaut, verkabelt und in Betrieb genommen werden, kann facebook bei dem Scale unter welchem sie operieren so natürlich nicht arbeiten.

„1 Technician per 28.000 Servers“


Wie erwartet erhält facebook die Racks mit den Servern vorverkabelt und fertig „racked-and-stacked“ angeliefert. Diese werden aufgebaut und mit Strom versorgt – einfach. Auf Rackebene verzichtet facebook auf redundante A/B Feeds. Stattdessen ist auf Rackebene eine Pufferbatterie verbaut (wahrscheinlich auf diesem Design basierend). Als Basis dienen mehr oder weniger Standard Li-Io Akkus die von Tesla/Panasonic gekauft werden. Interessant ist, dass facebook die Verfügbarkeit im Datacenter auf Rack-Ebene misst und darüber hinaus ein Systemmanagement integriert hat, dass bis auf den Batteriezustand der Racks/Server Einsicht bietet.
Entgegen der These, dass defekte Systeme einfach deaktiviert werden, ist die Tatsache, dass durchaus viel repariert wird. Dazu erhalten die Techniker morgens einen Wagen mit Ersatzteilen (vom FBOSS – der Management Software generiert) und auf einem Tablet die Anweisungen zur Tätigkeit. Diese ist in der Art „gehe zu Reihe 17, Rack 3 und baue dort in Server 4 folgendes Teil ein/aus“ geschrieben. Entsprechend der Menge an Servern hat der Techniker seine Runde zu tätigen. Die Hauptkomponenten, die getauscht werden sind wenig überraschend drehende Festplatten.
Der Ziel PUE Wert liegt für den Standort Odense bei 1,08, welcher definitiv ein Spitzenwert in der Industrie darstellt.

PUE = 1,08

PUE = 1,08


Ich habe mich gefragt, warum facebook solch eine Tour macht und habe diese Frage direkt gestellt. Zwei Kernantworten, erstens nennen sie es „Austausch mit der Community“ und zweitens „Recruting und Employer Brand awareness„. Das klingt sinnvoll und zeigt, wieviel facebook in deren Wachstum investiert/investieren muss.
Fazit von meiner Seite, sehr guter Event und inhaltlich recht beeindruckend.

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Quo vadis Datacenter in Deutschland

Nachdem die Besitzer der wirklichen Datacenter Betreiber immer weniger werden („Immer weniger wirkliche Datacenter Betreiber“), lohnt sich ein Blick auf die Datacenter Map für Frankfurt.
Die Anzahl der sogenannten Carrier unabhängigen oder neutralen Anbieter sinkt zwar nicht, aber die eigentlichen Besitzer bzw. Muttergesellschaft schrumpft merklich. Es bleiben NTT/e-shelter, Equinix/Telecity/Interxion und ein paar wenige sonst. Interessant sind die „jungen wilden“, wie Zenium (Vorsicht, Marketingtext) oder die wusys. Letztere haben einen interessanten Ansatz für ihr DC-AS71 überlegt, sie haben direkt auf dem Kraftwerk Campus der EVO gebaut – hohe Stromdichte garantiert.
Die großen US Giganten des Internets mieten sich bei einem dieser Anbieter unter. In Deutschland bauen sie nicht selbst. Dafür ist der Standort mit den Stromkosten nicht attraktiv genug. Die Telekom versucht weiterhin das State-of-the-Art Datacenter (Twin-Core Ansatz) in Biere/Magdeburg attraktiv für Konzern-externe Kunden zu machen.
Um strukturschwache Regionen zu fördern scheint es sicherlich ein sinnvollerer Ansatz als Regionalflughäfen; für Lau ist Biere aber nicht entstanden, siehe Golem:

Eine Unternehmensgruppe, bestehend aus Hannover Leasing als Investor sowie Ed.Züblin und der M+W als Bauarbeitsgemeinschaft, errichtet den Rechenzentrumsneubau, der vom Land Sachsen-Anhalt mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag gefördert wird. Die Finanzierung erfolgt über ein Bankenkonsortium unter Führung der Bayern LB. Die Telekom-Sparte T-Systems wird das Rechenzentrum nach Fertigstellung anmieten und werde alle drei Jahre einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung investieren.

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Immer weniger wirkliche Datacenter Betreiber

NTT (Japan) hat sich im März die Mehrheit an e-shelter (deutsches Unternehmen) gesichert.


Später im März hat sich die britische TeleCity Group die niederländische Interxion geschnappt. Und nun folgt die nächste Konzentration, der amerikanische Datacenter Gigant Equinix greift nach TeleCity.
Das bedeutet im ersten Schritt eine unfassbare Konzentration der Datecenterbetreiber (also der richtigen Betreiber, die die Lokation auch selbst managen und nicht nur irgendwo untermieten).
Und im zweiten Schritt, im Zuge der Post-Snowden Ära bedeutet es banal, dass der deutsche De-CIX nahezu komplett bei einem amerikanischem Datacenter Besitzer betrieben wird.